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Fakten zum Angriff eines Wolfs auf einen Hund in der Toskana

In den verschiedenen Medien kursiert aktuell ein Bericht über einen angeblichen Angriff eines Wolfs auf ein zweijähriges Kind am 18. Juli 2026 in der Toskana/ Italien, der nur dadurch verhindert worden sein soll, dass sich der Familienhund dem Wolf in den Weg stellte und dabei getötet wurde.


Eine Nachfrage bei den italienischen Zoologen und Wolfsforschern Dr. Valeria Salvatori vom EU-geförderten LIFE Wild Wolf-Projekt, in dem Fälle von potenziell auffälligem Wolfsverhalten nachrecherchiert werden, und Prof. Luigi Boitani von der Universität Rom, Vorsitzender der europäischen Expertengruppe für Großkarnivoren der IUCN ergab, dass diese Darstellung falsch ist. Richtig ist, dass ein Wolf einen Hund am Rand eines nicht eingezäunten Waldgrundstücks angegriffen und getötet hat. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich das Kind und die Mutter innerhalb des Hauses und hätten den Vorfall durch das Fenster beobachtet.



Inzwischen gibt es auch eine offizielle Mitteilung der Region Toskana zu dem Vorfall. Darin heißt es:



Nach ersten Ermittlungen der Beamten der Forst-Carabinieri-Einheit von Camaiore am Sonntag, dem 19. Juli, fand am Dienstag, dem 21. Juli, eine weitere gemeinsame Ortsbesichtigung zusammen mit der Task Force „Wolf“ vom Fischerei- und Wildtiermanagement der Region Toskana statt.

Nach Angaben, die vor Ort eingeholt wurden, befand sich der Besitzer des Hundes draußen am Haus in einem Wirtschaftsbereich, während sich seine Frau, sein zweijähriger Sohn und sein Schwiegervater im Haus aufhielten. Das Haus liegt in ländlicher Umgebung, grenzt an ein Waldgebiet und ist nicht eingezäunt.


Als der Mann das Jaulen seines Hundes hörte – der sich frei in unmittelbarer Nähe des Grundstücks bewegte –, sah er, wie dieser auf den Waldrand zulief, wo sich etwa 20 Meter vom Hund entfernt ein Wildtier befand. Trotz des sofortigen Versuchs des Mannes, das Tier zu verscheuchen, griff der Wolf den Hund an und zerrte ihn in die dichte Vegetation. Die Überreste des Hundes wurden am nächsten Morgen aufgefunden.



Die Task Force stellt klar, dass die Behauptung, der Wolf habe es auf das Kind oder andere anwesende Personen abgesehen, völlig unbegründet ist. Die Personen befanden sich im Gebäude und außerhalb des Sichtfelds des Tieres; daher kann ein Interesse des Wolfs an den Menschen ausgeschlossen werden.



Hintergrundinformationen

Auseinandersetzungen zwischen Hunden und Wölfen kommen vor allem in Ländern, in denen es viele streunende Hunde gibt – dazu gehört Italien – immer wieder vor. Wölfe können in Hunden Artgenossen sehen und sich ihnen gegenüber entsprechend verhalten. So kann es vorkommen, dass ein Wolf sich mit einem Hund verpaart, woraus Hybridnachkommen entstehen (siehe https://www.dbb-wolf.de/Wolfsmanagement/umgang-mit-hybriden). Wölfe können Hunde auch als Konkurrenten sehen. Wölfe dulden zumeist keine fremden Artgenossen in ihrem Territorium. In solchen Fällen kann es zu aggressiven Auseinandersetzungen kommen, die auch bei Wölfen untereinander bis zum Tod führen können. Schließlich kommt es auch immer wieder vor, dass Wölfe lernen, frei laufende Hunde als einfache Beute anzusehen (z.B. Martins et al. 2020; Nowak et al. 2011).



Der beste Schutz für den Hund ist die Nähe des Menschen. Dies gilt allerdings nur, wenn der Mensch auch als solcher für den Wolf erkennbar ist, sich also nicht im Haus oder Auto befindet. Im Wolfsgebiet sollten Hunde daher immer angeleint oder zumindest nahe beim Menschen geführt werden. Auf keinen Fall sollten sie alleine durch den Wald stromern, wo sie z.B. Wölfe an ihrem Tageseinstand aufstöbern oder sogar in die Nähe der Welpen kommen könnten. Die meisten Grundstücke in Deutschland sind eingezäunt. Vor allem bei abseits gelegenen Grundstücken, am Ortsrand und in Streusiedlungen ist eine Umzäunung wichtig, wenn man frei laufende Tiere hält. In Deutschland gab es bislang nur wenige Fälle von durch Wölfe getötete Hunde.



Quellen:
Luigi Boitani, Vorsitzender der Large Carnivore Initiative for Europe (www.lcie.org), pers. Mitteilung.

Martins, I., Krofel, M., Mota, P.G. und F. Alvares (2020): Consumption of Carnivores by Wolves: A Worldwide Analysis of Patterns and Drivers. Diversity 12, 470; doi:10.3390/d12120470

Nowak, S., Mysłajek, R.W., Kłosinska, A., und G. Gabry´s (2011): Diet and prey selection of wolves (Canis lupus) recolonising Western and Central Poland. Mammal. Biol. doi:10.1016/j.mambio.2011.06.007

Toskana Regionalrat – Informationsagentur 23. Juli, 18:35 Uhr. https://www.toscana-notizie.it/-/cane-predato-da-lupo-ad-orbicciano-camaiore.-interviene-la-task-force-lupo

Valeria Salvatori, LIFE Wild Wolf (https://www.lifewildwolf.com), pers. Mitteilung.

Erstes Goldschakal-Territorium in Schleswig-Holstein

Erstmals haben sich Goldschakale in Schleswig-Holstein angesiedelt. Ein territoriales Goldschakalpaar konnte im Kreis Plön nachgewiesen werden. Es konnten zwei Goldschakale anhand ihres charakteristischen Heulens identifiziert werden: Das Heulen dieser Art ist unverwechselbar, so dass es als verlässlicher Nachweis (C1) bewertet werden kann. Insgesamt neun Ton-Aufnahmen der beiden Tiere wurden innerhalb von etwa zwei Wochen dokumentiert.

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Nach Vorfall in Hamburg: Wolf ausgewildert und unter intensiver Beobachtung

Der Wolf, der in den vergangenen Tagen mehrfach in Hamburg gesichtet wurde und eine Frau verletzte, wurde in die Freiheit ausgewildert. Am Abend des Ostersonntags wurde das Tier mit einem Sender ausgestattet und erfolgreich ausgesetzt. Im Rahmen des LIFE Wild Wolf-Projektes wird der Wolf nun länderübergreifend konsequent überwacht. Sein Standort wird stehts nachvollzogen und Jäger können jederzeit kurzfristig eingreifen. Im Sinne des Tierschutzes macht die Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft (BUKEA) zum Standort des Tieres keine Angaben.

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Baden-Württemberg - Fähe im Enztal-Territorium als sesshaft nachgewiesen

Der weibliche Wolf mit der Kennung GW4816f hat sich im Territorium Enztal im Nordschwarzwald niedergelassen. Das Tier wurde erstmals mittels DNA-Nachweis am 03.01.2026 in der Region nachgewiesen. Mit der Auswertung eines Losungsfunds vom 12.03.2026 aus Gernsbach (Landkreis Rastatt) gilt nun als gesichert, dass sich die Fähe seit mindestens drei Monaten im Territorium Enztal aufhält – dem Territorium des Rüden GW852m. Gemäß nationaler Monitoringstandards ist damit eine Paarbildung bestätigt.

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Statusbericht 2024/25 "Wölfe in Deutschland" veröffentlicht

Der Statusbericht zur Situation der Wölfe in Deutschland im Monitoringjahr 2024/2025 wurde veröffentlich und kann von der Webseite heruntergeladen werden (Mehr - Statusberichte). Er enthält einen Überblick über die Anzahl und die räumliche Lage aller festgestellten Wolfsterritorien und ihren Reproduktionsstatus. Die enthaltene Vorkommenskarte zeigt alle im Monitoringjahr durch Wolfsnachweise belegte Rasterzellen in Deutschland. Dargestellt werden auch die Verteilung der mitochondrialen Haplotypen und weitere interessante genetische Befunde. Die Totfunde werden ebenfalls kartographisch dargestellt und die ermittelten Todesursachen beschrieben. In diesem Jahr wird in einem Kapitel die Entwicklung der genetischen Diversität der Wölfe in Deutschland näher beleuchtet.